Steinmeteorit Allende

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Steinmeteorit Allende

Steinmeteorit Allende; Aufnahme von Stefan Weber

Steinmeteorit Allende

Steinmeteorit Allende; Aufnahme von Stefan Weber

Dieser Meteorit heißt "Allende". Am frühen Morgen des 8. Februar 1969, gegen 1 Uhr Ortszeit, erschien eine helle Feuerkugel über dem Norden Mexikos. Kurz danach fielen tausende von Steinmeteoriten über ein Gebiet von 300 Quadratkilometern in der Nähe des "Valle de Allende", Provinz Chihuahua. Die Fallellipse ist 50 km lang und 12 km breit; ihr Zentrum liegt bei 26°58'N und 105° 19'W.
Der größte Stein von 110 kg Masse wurde an der nördlichen Spitze des Streufeldes gefunden. Insgesamt konnten fast 2 t Meteoritenmaterial aufgesammelt werden. Die Steinmeteorite wurden auf hartem Boden liegend ohne Vertiefung oder Einschlagstrichter gefunden.

Für die Wissenschaft war der Fall von Allende von besonderer Bedeutung. Die gefundenen Meteoriten gehören nämlich zu einem sehr seltenen Typ der Steinmeteorite, den "kohligen Chondriten". Ihr Material ist ursprünglicher als das anderer Meteoritentypen. Es kommt der unveränderten "Urmaterie" am nächsten, aus der sich vor 4,5 Milliarden Jahren unser Sonnensystem gebildet hat. Es kam hinzu, dass 1969 die ersten Mondproben zur Erde gebracht wurden und die gleichen Labors, die neue und empfindliche Untersuchungsmethoden für sie entwickelt hatten, nun auch das reichlich zur Verfügung stehende Material von Allende untersuchen konnten.

Viele der heutigen Erkenntnisse über unser Sonnensystem und seine Entstehung wurden an Material von Allende gewonnen. Insbesondere die weißen, Kalzium- und Aluminiumreichen Einschlüsse wurden hier zum ersten Mal ausführlich untersucht.

Aus "Kleine Meteoritenkunde" von F. Heide / F. Wlotzka, Springer Tb23 (1988)

Weitere Informationen zum Steinmeteoriten Allende
wikipedia.de
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum

Allgemeine Informationen zu Meteoriten
wikipedia.de
Impaktkratern