Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova

Details

Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova am 4. Oktober 2011 gegen 5:30 MESZ; Zeichnung von Stefan Weber

Komet 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova am 4. Oktober 2011 gegen 5:30 MESZ
Zeichnung von Stefan Weber

Den Kometen 45P/Honda-Mrkos-Pajdusakova wollte ich noch sehen bevor das Wetter wieder schlecht wird und der Komet zu tief am Horizont steht.

Deshalb stellte ich den Wecker auf 4:40 Uhr. Diesen brauchte ich jedoch nicht, denn ich war schon vorher wach. Nach einem Kaffee fuhr ich auf den Messelberg zum Beobachtungsplatz. Dort störten aber die Lichter von Schnittlingen die Beobachtung. Also wurde schnell der Ausweichplatz beim Schnittlinger Wasserbehälter angefahren. Dieser Platz hat eine sehr gute Sicht nach Osten.

Dort angekommen erschlug mich ein extrem transparenter Himmel! Die Horizontsicht war wegen Dunst nicht optimal. Aber das Zielgebiet konnte schon mit freiem Auge ausgemacht werden. Ich schätzte den Himmel auf Bortle 4 (-3), also so auf 6,5mag!

Schnell wurde der 80/480 Refraktor aufgebaut und damit nach kurzer Suche der Komet gefunden. Weil der Komet noch tief stand und es bis zur Morgendämmerung Zeit hatte stellte ich verschiedene Deep-Sky Objekte ein. Der Orionnebel war enorm beeindruckend. Bei 24x und 48x zeigten sich sehr viele Details. Fast wollte man sich gar nicht mehr losreißen.

Der Flammennebel neben Alnitak war selbst ohne Nebelfilter leichte Beute. Der Rosettennebel zeigte sich ohne Filter als ein ganz blasser Hauch um den Sternhaufen. Die Plejaden nahe dem Zenit konnten mit den Reflexionsnebeln gesehen werden! Deutlich wurde der Merope-Nebel erkannt, der dreieckig vom Stern wegzeigte. Das war keine Täuschung, denn ich kontrollierte an der nebelfreien Pleione!

Dann wurde M33 mit freiem Auge indirekt gesichtet. Ich stellte auf diese Stelle den Leuchtpunkt meines Suchers ein. Der Blick ins Teleskop zeigte mir dann die Galaxie. Dann wurde es Zeit für den Kometen. Die Morgendämmerung sollte bald beginnen.

Erneut wurde der Komet eingestellt. Die Bedingungen waren nun leicht besser, weil der Komet etwas höher stand. Schnell wurde eine Zeichnung erstellt (siehe oben).

Den Komet konnte ich nicht schätzen. Dazu fehlten mir passende Sterne. Er zeigte sich als kleiner Tropfen, vielleicht 2-3' im Durchmesser. Einen sehr kurzer Schweifansatz konnte ich gerade so ausmachen. DC=8. Kein "false nucleus". Das ist nun mein 52. Komet.

Was ich dann sah werde ich nie vergessen! Zwischen den Lichtdomen der Ortschaften erhob sich diagonal und spitz zulaufend die Zodiakallichtpyramide bis zum hochstehenden Mars! Das Zodiakallicht war direkt sichtbar und leichte Beute! Ich hatte es noch nie gesehen. Diese Beobachtung (eigentlich der ganze frühe Morgen) war extrem schön. Ich hatte selten solch eine Nacht. Der Orionnebel bei 48x im 80mm Refraktor war sehr detailliert. Warum schleppt man denn immer die großen Fernrohre herum...

Beobachtungsbericht von Stefan Weber